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Der Schwarze Punkt im Cospudener See

By 06/04/20247 Comments

Geschrieben von Compassion Chidozie
Frei übersetzt von Klara Trede

,,Du kannst die Größe der Gewässer nicht kennen, in denen du noch nicht warst’’- Sprichwort
aus Tanzania.

Dieser Artikel ist keine offizielle Chronik des Cospudener Sees, viel mehr ist er eine Sammlung
der Menschlichkeit, welche sich um diesen See herum finden lässt, ein bisschen Schönheit
verbunden mit der Fülle, welche er der Gemeinschaft und den Besuchern schenkt. Ein See, der
durch den ab und zu hingeworfenen Müll viele Last auf sich nimmt. Ein See, der sich in einen
einsamen Ort verwandelt, voller Ruhe und Einsamkeit. Die, deren Herzen gebrochen wurden,
Liebe Suchende, Frieden Suchende, Lesende, Forscherende, et cetera, haben diesen See in den
Ort verwandelt, an dem man am besten Lösungen für gebrochene Herzen und innere
Auseinandersetzungen finden kann. Dieser Artikel ist eine Geschichte über meine eigene
Erfahrung an einem schicksalshaften Tag, an dem ich den See besuchte. Ich werde versuchen,
diese Geschichte so darzustellen, dass sie leicht verständlich ist.

Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich sagen, dass der Unterschied zwischen Nelson
Mandelas südafrikanischer Einzelhaft und dem Cospudener Meer darin besteht, dass erstere mit
Einschränkungen und gewaltsamen Absichten verbunden war, die darauf abzielten, die geistige
Gesundheit eines Menschen zu kastrieren, während letztere keinerlei Beschränkungen unterliegt
und echte Ergebnisse hervorbringt, die zur menschlichen Existenz, zum menschlichen Wachstum
und zur Spiritualität beitragen.

Da der See großzügig als freie Zone erklärt wurde, kann man den ganzen Tag am See so
verbringen, wie man möchte. Der See beklagt sich nie über all die abscheulichen Belastungen,
die ihm von den Menschen aufgebürdet werden. Er kann Sie nur durch die Quelle des
himmlischen Urteils mit der Glückseligkeit der Natur verbinden. Ein See, der in den Enklaven
des südlichen Leipzigs geboren wurde, einer Stadt, die ich einfach als “eine Stadt, die auf einem
Berg gebaut ist und die Regenbogenfarbe ausstrahlt, die die sächsische Region Deutschlands
erhellt” bezeichnen wollte. Es ist zu erkennen, dass die Absichten des Autors echt und
tiefgründig sind.

Mit einer Fläche von 297,6 km² gehört Leipzig zu den Städten im Freistaat Sachsen, die in den
letzten Monaten einen Zustrom von Menschen erlebt haben, sowohl von deutschen Staatsbürgern
aus anderen Städten als auch von Ausländern aus anderen Teilen der Welt. Die Bevölkerung
nimmt täglich zu und hat verschiedene Bedürfnisse und Angebote. Der Grund für diese
regelmäßigen Besuche von Ausländern liegt in der Leipziger Offenheit gegenüber Menschen aus
anderen Kulturen, Traditionen und sozialen und ethnischen Hintergründen. Zweifellos kann der
Tourismus zum Einkommen oder zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes beitragen. Die
Gelassenheit der Stadt ist den Leipzigern auf die Stirn geschrieben. Man kann sie in den Straßen
wahrnehmen. Die Stadt Leipzig ist eine vielversprechende Stadt.

Ich habe an einem Gipfel im Leipziger Westen teilgenommen, und es war schwierig, zwischen
Bürgern und Ausländern zu unterscheiden. Anwesend waren Amerikaner, Asiaten, Afrikaner,
Europäer, Nordamerikaner und so weiter. Verschiedene Gemeinschaften, ethnische Gruppen und
Geschlechter waren vollständig vertreten. Es war wie eine Vereinigung der ganzen Welt, denn
fast alle Nationalitäten waren in einem einzigen Raum versammelt. Die gemeinsame Sprache
war Liebe und Lachen. Dies erklärt vielleicht das Markenzeichen einer großen Stadt mit weniger
diskriminierenden Eigenschaften. Dieser Moment war inspirierend.

Als Besucher ist man als erstes von den schönen Geschichten des Sees begeistert: Sandstrände,
nette Restaurants, Wassersportmöglichkeiten, Erholungsorte usw. In der Sommersaison strömen
viele Menschen mit ihren Fahrrädern über den Waldweg zum See, um die Natur zu genießen.
Der Cospudener See ist der verbindende Faktor, der alle Leipziger Wohnorte miteinander
verbindet. Es versorgt die Menschen mit Sauerstoff. Der See hat die Eigenheiten der Leipziger
geradlinig abgeschält und so zeigen sie im Sommer großes Mitgefühl.

Im Artikel vom 10. August 2022 beschreibt Luise Karwofsky von der Leipzig Tourismus und
Marketing GmbH den Cospudener See als “einen See voller Möglichkeiten”. Sie führt aus: “Wer
es lieber ruhig angehen lässt, kann bei einer Tasse Kaffee auf der Terrasse oder einer Schifffahrt
mit der MS Cospuden eine Auszeit vom Alltag genießen. Gemütliche Ferienwohnungen direkt
am See machen auch einen längeren Aufenthalt möglich. Wer im Urlaub nicht auf das Stadtleben
verzichten möchte, findet in Leipzig Unterkünfte für jedes Budget.” Das obige Zitat verrät uns
mehr über den See. Der Cospudener See ist ein mit Sand und Bäumen gesäumter, sicherer und
leicht zugänglicher Strand mit jährlich mehr als einer halben Million Besuchern. Er ist nicht
versteckt, sondern sehr offen. Im Sommer waren die Blumenbeete mit Unkraut überwuchert und
das Gras wurde oft gemäht. Im Winter sammelte sich das Laub in Stapeln auf der Veranda, und
jemand rechte es zusammen.

“Wer die Tiefe des Flusses mit beiden Füßen prüft, muss schwimmen können.” Es ist dieses
nigerianische Sprichwort, das meine Vorliebe für die Natur genährt hat. Eines heißen
Nachmittags machte ich mich auf den Weg zur Nordseite des Sees, um die Natur in ihrer reinsten
Form zu erleben. Die Luft war kühl, und die Blätter am Strand drehten sich und raschelten in der
Brise. In der Nähe des Waldes war es ein schattiger, ausgedörrter Ort mit hellen Ecken und
Ständen, die den Eindruck erweckten, dass hier seriöse Geschäfte gemacht wurden. Was diese
Geschäfte sind, können sie sich selbst ausmalen.

Ich traf auf eine große Gruppe von Menschen, die im See verschiedene Dinge taten. Einige
schwammen, tanzten und feierten ihren Geburtstag, während andere am Strand lagen und mit
ihren Liebsten plauderten. Ich sah junge Leute, die sich als überkorrekt herausstellten, jedoch
Kettenraucher waren, und sich nicht darum kümmerten, wohin ihre Abgase zogen. Ich setzte ein
lächelndes Gesicht auf und ließ mir nichts anmerken. Der See war immer das beste Versteck. Ich
sah eine Stelle, die wie eine Miniküche aussah, in der Frauen kochten und Männer Toast
machten. Als ich auftauchte, gab es einen plötzlichen Stimmungswechsel am See. Alle schienen
meine Ankunft zur Kenntnis zu nehmen. Die Umgebung bebte geradezu vor Energie. Die Augen
öffneten sich, die Köpfe erhoben sich, die Leute bewegten sich langsam, rückwärts auf den Rand
des Wassers zu, und es wurden ein paar vielsagende Blicke ausgetauscht. Sie sahen mich
eindringlich an, als wäre ich ganz woanders. Tupac Shakurs Songt “All eyes on me” begann in
meinem Kopf zu spielen. Ich wurde in diesem Moment zu ihrem Lieblingsthema. Sie standen
hilflos und ungläubig da, mit weit aufgerissenen Mündern. Ich bemerkte, dass sie auf meine Haut
starrten.

Das ist der “schwarze Fleck im Cospudener See”, rief eine Stimme. “Sind Sie der Christoph
Kolumbus unserer Zeit?”, fragte eine andere Stimme höflich und deutete in meine Richtung. Fast
alle waren entweder froh, mich zu sehen, oder gut darin, sich zu verstellen. “Oh, oh, oh”,
murmelte ich. Zum Schein lächelte ich und ging galant weiter, als ob nichts zu mir gesagt
worden wäre. Die Menschenmenge richtete ihre Augen auf mich. Jede Handlung wurde von den
Augen der Öffentlichkeit aufgezeichnet, was mich tröstete, aber innerlich sah es düster aus. Mir
wurde klar, dass ich in diesem Moment die einzige farbige Person im See war. Meine
Anwesenheit löste ein Gefühl der Anerkennung aus. Die Atmosphäre war aufgeladen, während
ich alle lebenden und nicht lebenden Dinge in der Umgebung betrachtete.

Je stärker die Sonne schien, desto mehr Menschen waren gezwungen, sich in den tieferen Teil
des Sees zu stürzen, um die Wärme des Sees zu genießen. Ich erinnerte mich an den Oguta-See
im Südosten Nigerias und den Tschadsee, der sich über Nigeria, Kamerun, Niger und Tschad
erstreckt. Er ist einer der saubersten Süßwasserseen in Afrika. Ich besuchte diese Seen als Kind
und sah zum ersten Mal, wie Seen aussehen: die Menschen, das Lachen, das Wasser, der Wind,
der Sand und die Musik, die aus einem nahe gelegenen Ort erklungen. Meine Vorliebe für
Dramatik wuchs, und an diesem Punkt wurde mir klar, dass ich das Ereignis in eine schöne
Geschichte verwandeln wollte. “Der Chirurg ist immer zurückhaltend, wenn er mit einem
komplizierten Eingriff konfrontiert wird”, rief ich, frischer Luft tief einatmend, und streckte
meine linke Hand aus, um etwas aus dem Nichts zu schaffen.

Ich ging auf die Westseite des Sees, wo die Menge weiter wuchs, die Bar, die ich sah, war mit
Kronleuchtern und silbernen Glocken geschmückt, aber das gleiche Szenario wiederholte sich:
meine Hautfarbe. Ich beobachtete, wie sich einige Leute bewegten, als ob sie ein wichtiges
Geheimnis verraten wollten. “Ich schaffe das schon”, sagte ich zu mir selbst. Die Leute waren
begierig darauf, meine Beweggründe für den Besuch des See zu erfahren. “Ich bin gekommen,
um mich mit der Natur zu identifizieren, das ist alles”. Ich wünschte, ich könnte das zu ihnen
sagen. Ich atmete tief durch und spürte einen dicken Knoten in meinem Magen. Ich liebe das
Rampenlicht, die Bewunderung und das Katzbuckeln. “Sollte ich nicht hier sein und über die
unvorhersehbare Zukunft nachdenken?” fragte ich mich. Während sie ihre Augen auf mich
richteten, ging ich anmutig weiter und entdeckte, ohne es zu ahnen, die Fülle des Interesses, die
in mein Vorbeigehen eindrang. Ein weiteres lässiges Achselzucken, ein kurzes Kopfschütteln, ein
Lächeln.

Trotzdem hatte ich einen zweiten Plan. Ein sambisches Sprichwort sagte uns: “Wer einen Fluss
überqueren will, darf keine Angst davor haben, nass zu werden.” Aufbrechen und später
zurückkehren, zur toten Stunde auf dem See. Dieser freudige Moment des schwarzen Punktes,
der am Cospudener See gesichtet wurde, muss einen Moment lang überdauert werden.
Bewundernd nehme ich den langen Weg nach Hause, fahre mit dem Fahrrad langsam vom See
weg in die schattigen Straßen der Koburger Straße. Ich werde wiederkommen. Das habe ich
versprochen. Diese Geschichte muss vollendet werden. Chikina!

Dozie Ogbanu

Chidozie Compassion Ogbanu was born in Aba, popularly known as the Japan of Africa, into a Christian home, and to Igbo parents in eastern Nigeria who worked painstakingly to train him and his other three siblings in school through their small businesses. My childhood upbringing is deep-rooted in the two Igbo mantras which say “ebe onye dara ka chi ya kwaturu ya” meaning that “where one falls is where his God pushed him down,” and “Ora na azu nwa,” which literary means “it takes a whole village to raise a child.” Now, he is enrolled in postgraduate studies at the Institute of African Studies at the University of Leipzig, Germany where he lives. He is interested in: The Connecting Dot between Poverty and Prosperity of West Africa; the wider implications of multinational corporations in conjunction with the rural communities in industrializing West Africa; Welfarism and Imperialism in West Africa. He is a graduate of Education Political Science (BSc.), Imo State University Owerri, Nigeria, 2015.

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